VINDA
Visual Interface for Networked Digitized Archives
VINDA ist ein webbasiertes Tool zur Visualisierung und Exploration digitaler Sammlungen sowie
ihrer Meta- und Forschungsdaten. Grundlage bildet der mehrsprachige, über 35.000 Seiten
umfassende Nachlass der deutsch-polnischen Wissenschaftsgesellschaft Societas Jablonoviana
(1774–1992), der durch Normdaten angereichert und in einer Forschungs-datenbank erschlossen
wurde. Auf Basis dieses Korpus entstand im Rahmen eines Projekts an der Sächsischen Akademie
der Wissenschaften zu Leipzig (SAW) ein erster Prototyp der Visualisierungs-App, der im Juni
2025 während der „Langen Nacht der Wissenschaften“ erstmals öffentlich vorgestellt wurde.
Generous & Irreducible interface
VINDA orientiert sich am Konzept des “generous interfaces” (Whitelaw 2015) und präsentiert die
Sammlung in einem kontinuierlich scrollenden Objektstream, der einer Netzwerkansicht der
beteiligten Personen und Institutionen gegenübergestellt ist. Dadurch soll die Breite und
Komplexität des Materials hervorgehoben werden, ohne es auf einfache Suchergebnisse und
-facetten zu reduzieren. Somit lässt sich VINDA als irreduktives Interface verstehen. Das
Design eröffnet Bedeutung erst im Moment der Nutzung. Jede Interaktion schafft neue
Verbindungen, die im Zusammenspiel von Daten und Nutzer:in entstehen. Weder Objekte noch
Metadaten werden dabei aufeinander reduziert. Wissen entfaltet sich durch fortlaufendes
Verknüpfen, Navigieren und Kontextualisieren
Whitelaw, M. (2015). Generous Interfaces for Digital Cultural Collections. Digital Humanities
Quarterly, 9(1), 1-16.
Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen
Landtag beschlossenen Haushalts.